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SCHLAGZEILEN VOM FREITAG, 03. SEPTEMBER 2010
Montag, 30. Juni 2008
Eglisau Drachenbootrennen liess Ruderer schwitzen
Grümpelturnier auf dem Wasser
Lena Sorg
 
DJ Muri, mit bürgerlichem Namen Marcel Maurer, stellte mit seinen «Girls» im Girlscamp das Rennen als Erster unter ein bestimmtes Motto. (Daniel Zannantonio)
 
«Are you ready? Attention ? go!», ertönt es aus dem Lautsprecher am Start. Auf vier Drachenbooten stechen je 20 Paddel in den Rhein. Ein Trommler gibt vorne im Boot mit lauten Schlägen den Takt der Paddelbewegungen an. Die Boote gleiten mit beträchtlicher Geschwindigkeit flussabwärts am Rheinbad Eglisau vorbei. In dem Augenblick, in dem die ersten Anzeichen von Erschöpfung zu erkennen sind, hören die Paddler die laute Musik vom Festgelände am Rhein und die anfeuernden Rufe der vielen Zuschauer an Land. Mit aller Kraft paddeln die Ruderer weiter auf das Ziel zu, die orange Boje auf der Höhe der Kirche.

Ein Lauf dauert knapp zwei Minuten. «Ist aber extrem anstrengend», versichert Matthias Mattenberger vom Drachenbootclub Eglisau. Muskelkater sei nach diesem Wochenende garantiert. Mitmachen könne jeder, erklärt Daniel Schmid von der Firma Dragonboat-Events, die den Anlass zusammen mit dem Drachenbootclub Eglisau organisiert. «Drachenbootfahren ist in zehn Minuten gelernt», meint er. Dann sei Teamarbeit gefragt: Alle 20 Paddler müssen gleichzeitig ins Wasser stechen und mit aller Kraft ziehen. Um dies zu üben, bieten die Organisatoren jedem Team in der Woche vor dem Rennen jeweils ein einstündiges Training auf dem Rhein an.

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In 16 Jahren ist das Drachenbootrennen in Eglisau zu einem der grössten Wassersportanlässe im Kanton gewachsen. Am Start sind über 1200 Leute, aufgeteilt in 60 Teams. «Viel mehr hätten hier gar nicht Platz», sagt Schmid. Das Rheinufer vom Salzhausplatz bis zum Rheinbad ist überfüllt mit jungen Menschen, die feiern, tanzen und sich dazwischen im Wasser abkühlen. Aus dem ganzen Kanton Zürich sowie aus Schaffhausen und Deutschland sind Sport- und Partybegeisterte angereist. Der Eglisauer Marcel Maurer, DJ Muri, ist für die Musik zuständig. «Hier treffen sich ganz viele verschiedene Leute», sagt er. «Turn- und Kegelvereine feiern zusammen mit den Szenegängern aus Zürich.»

DJ Muri ist seit acht Jahren jedes Jahr am Anlass dabei. Er hat mitgeholfen, aus dem Sporttreffen einen Lifestyle-Anlass zu machen und organisiert nach dem Rennen eine Beach-Party im Schützenhaus. Seit einigen Jahren trommelt er auch auf dem Wasser den Takt für sein eigenes Drachenboot-Team, das «Girlscamp». Ein Boot mit schönen Frauen.

Im «Girlscamp» paddeln auch prominente Frauen mit. Dieses Jahr ist beispielsweise die Moderatorin von «Joya rennt» Sheril Leemann mit dabei. «Mit diesem Boot wollte ich ein Motto in den Anlass bringen», erläutert DJ Muri. Sein «Girlscamp» hat mit der Tradition begonnen, sich für das Rennen zu verkleiden. Viele andere Teams ziehen mit. So gibt es nun zum Beispiel auch Wikinger, Indianer oder bunte Drachen zu sehen.

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Der Drachenbootsport hat in seiner Heimat China eine über 2000-jährige Tradition. International wurde er aber erst vor rund 30 Jahren bekannt, als Hongkong damit begann, Touristen anzulocken. Über Grossbritannien und Deutschland kam das Drachenboot schliesslich in die Schweiz. Der Eglisauer Club war nach Basel der zweite Drachenbootverein in der Schweiz.

Der Klub zählt rund 100 Mitglieder und hat schon mehrfach das Schweizer Team für die Europa- oder Weltmeisterschaft gestellt. Die Szene der professionellen Drachenbootfahrer ist in der Schweiz aber nach wie vor klein. Von 60 Teams sind am Wochenende in Eglisau nur gerade vier in der Kategorie Elite gestartet.
 
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