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SCHLAGZEILEN VOM DONNERSTAG, 09. SEPTEMBER 2010
Mittwoch, 25. November 2009
Bassersdorf Gemeinderat informiert über die neue Strategie für das Altersheim
«Keiner wird zum Sozialfall»
Das Altersheim Breiti in Bassersdorf ist umfassend saniert worden. Nun soll auch das Angebot erweitert werden. Dies hat für die Bewohnerinnen und Bewohner auch finanzielle Konsequenzen.
Karin Wenger
 
Das Altersheim Breiti ist umfassend saniert worden. Die augenfälligste Veränderung aussen ist der erweiterte Speisesaal mit grosszügigen Fensterfronten. (wek)
 
Mit einem Kredit von rund 6 Millionen Franken und in 15 Monaten Bauzeit ist das Altersheim Breiti saniert worden. Unter anderem wurden vorhandene Zweierzimmer zu Einzelzimmern umgebaut, Speisesaal und Küche wurden erweitert. Am Montag hat der Gemeinderat nun über die neue Strategie informiert, mit welcher der Heimbetrieb optimal zwischen den Angeboten des Krankenheims Bächli und den neu entstehenden Alterswohnungen im Breitipark positioniert werden soll. Eine zweite Vollnachtwache wird eingeführt und das Angebot an Mittagsmenüs ausgebaut. Das Restaurant wird vermehrt für die übrige Bevölkerung geöffnet. In einem Forum können die Bewohner ihre Anliegen und Wünsche thematisieren. Zusätzlich sollen auch Anlässe wie kulinarische Reisen mit Filmvorführungen angeboten werden. Später wird ein Bezugspersonensystem eingeführt.

Heimplätze werden teurer

Die Investitionen und das erweiterte Angebot haben jedoch Auswirkungen auf die Pensionskosten und Betreuungstaxen, denn das Altersheim soll künftig auf Vollkostenbasis geführt werden. Das heisst, die Taxen werden inklusive Investitionen und Kapitalzinsen berechnet. Ab 1. Januar werden deshalb die Pensions- und Betreuungstaxen steigen. Für die meisten Bewohnerinnen und Bewohner steigt die Pensionstaxe je nach Zimmerkategorie um 17 bis 19,50 Franken pro Tag. Bis jetzt kostete ein Zimmer 113 Franken pro Tag. Bei den Betreuungstaxen beträgt die Erhöhung je nach Pflegebedürftigkeit zwischen 0 und 15 Franken.

Anspruch auf Ergänzungsleistung

«Keiner muss Angst haben, dass er seinen Heimplatz nicht mehr finan-zieren kann», sagte Sozialvorsteherin Ruth Bösch und beantwortete damit die dringlichste Frage der rund 50 anwesenden Heimbewohner und deren Angehörigen. Ein grosser Teil werde den Anstieg allerdings selbst finanzieren müssen. All jene, die wenig oder kein Erspartes hätten, könnten Ergänzungsleistung beantragen. In einem Rechenbeispiel ging sie von einer alleinstehenden Person mit einem Vermögen von 50 000 Franken aus. Mit den früheren Heimtaxen von 113 Franken pro Tag hatte diese einen Anspruch auf Ergänzungsleistung in der Höhe von 764 Franken monatlich. Mit den gestiegenen Heimtaxen, im Beispiel betrugen diese 132.50 Franken, erhöhte sich die Ergänzungsleistung entsprechend auf 1357 Franken pro Monat. «Ergänzungsleistung ist keine Sozialhilfe oder Fürsorgeleistung», sagte die Gemeinderätin und ermunterte die Anwesenden, von den ihnen zustehenden Leistungen Gebrauch zu machen. «Keiner wird damit zum Sozialfall», betonte sie. Über diese Infos seien verständlicherweise nicht alle glücklich, sagte Gemeindepräsident Franz Zemp abschliessend. Die Erhöhung sei jedoch notwendig, um das Altersheim für die Zukunft zu rüsten.

Die Schlussabrechnung der Sanierung wird voraussichtlich rund 6,6 Millionen Franken betragen. Nach Abzug der Teuerung bleibt so eine Überschreitung von 300 000 Franken, die sich mit Zusatzarbeiten begründen lässt. Am 18. Dezember ist Bauende, womit sich die Bewohner auf Weihnachten ohne Baulärm freuen können.
 
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