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| SCHLAGZEILEN VOM DONNERSTAG, 09. SEPTEMBER 2010 |
| Mittwoch, 25. November 2009 |
| Eglisau Zehn Jahre nach dem Orkan Lothar zieht die Gemeinde Bilanz |
| Die Wunden sind fast verheilt |
| Tote und Millionenschäden hinterliess der Sturm Lothar 1999. Nach zehn Jahren sind im Unterland fast alle Spuren jener Katastrophe beseitigt, wobei der Forst für solche Stürme besser gerüstet ist. |
| Rolf Haecky |
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| Der Sturm Lothar fällte fast 13 Millionen Kubikmeter Holz, 20 Prozent davon waren Laubbäume, 80 Prozent Nadelholz. (A) |
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Nichts deutet auf die bevorstehende Katastrophe hin, als an diesem trüben Morgen des 26. Dezember 1999 kurz vor Mittag im Unterland ein Rauschen zu hören ist, das rasch erstirbt. Doch wenige Minuten später fegt der Orkan Lothar mit einer nie gekannten Wucht über die Schweiz und die Nachbarländer. Bäume stürzen um, eine Fassade in Bachs kracht zu Boden, Dachziegel wirbeln durch die Luft. In Dielsdorf erschlagen sie einen Mann im Aussenbecken des Schwimmbads Erlen.
Der Sturm hinterlässt im Wald Schäden von weit über 700 Millionen Franken – über 730 Millionen Franken betragen die Schäden an Strassen und Gebäuden. Total verwüstet der Orkan in der Schweiz Güter im Wert von fast 1,8 Milliarden Franken in nur zwei Stunden. «Heute ist von jenen Schäden an den Waldbeständen wenig zu sehen», erklärt Gebhard Tanner, Leiter Betriebe der Gemeinde Eglisau.
Rückblick zum zehnten Jahrestag
Der Eglisauer Gemeinderat Walter Meier hat am Samstag im Chüesetziwald zum Gedenken an die Folgen der Sturmkatastrophe erinnert und geschildert, wie die Förster in den Gemeinden Eglisau und Hüntwangen am 10. Januar 2000 damit begannen, die Waldstrassen freizulegen, damit sie überhaupt an die Sturmflächen herankamen. Am 14. März waren die Arbeiten zu Ende.
Im ganzen Unterland hat der Forst inzwischen in den Schneisen, die der Sturm gerissen hat, Eichen, Kirschen und andere Laubbäume angepflanzt. Immer mehr verschwinden die Rottannen, die hier artfremd sind; denn nach dem Sturm kamen die Borkenkäfer, die sich über die Rottannen hermachten und dafür sorgten, dass diese Baumart zurückweicht und Laubbäume sich in den hiesigen Wäldern weiter ausbreiten.
«Wir haben heute einen richtigen Mischwald – dieser ist Stürmen gegenüber resistenter als die früheren Rottannenbestände», erzählt Gebhard Tanner. So achtet der Forst darauf, einen «Dauerwald» entstehen zu lassen. «Wir wollen alle Jahrgänge im Wald vertreten haben – vom ganz jungen bis zum alten Baum», meint Gebhard Tanner. Im Schnitt werden die hiesigen Bäume 150 Jahre alt, doch einige Bäume können nochmals 100 Jahre länger leben.
Der Orkan Lothar
Zeitweise erreichte der Orkan Lothar über 430 Stundenkilometer – durch das Unterland raste er immerhin mit 181 km/h. 14 Menschen starben in der Schweiz; während der Aufräumarbeiten im Wald verloren in den folgenden Tagen weitere 15 Menschen ihr Leben. Fast 13 Millionen Kubikmeter Holz mähte der Sturm landesweit um. «In den hiesigen Wäldern hat ‹Lothar› das Vierfache des jährlichen Holzschlags gefällt», erinnert sich Gebhard Tanner.
Die Folge war, dass der Holzpreis einbrach. Löste die Gemeinde in den Jahren zuvor noch 80 bis 100 Franken pro Kubikmeter, so kostete er nach dem Orkan so 40 bis 60 Franken. «Wir gehörten zu den Ersten», erzählt Gebhart Tanner, «die das Sturmholz aufbereiteten und auf dem Markt anboten.» Dies, da im Rafzerfeld und auch andernorts im Unterland die Qualität des Holzes zu den minderen Sorten gehört.
Bäume, die im Kiesboden wachsen, weisen ein raues Holz auf, das sich in erster Linie für den Bau eignet. Daher mussten die Eglisauer rasch mit dem Holz auf den Markt, bevor die Preise komplett am Boden waren. Aber auch so vermochten die Einnahmen kaum die Kosten der Aufräumarbeiten zu decken. Dabei setzt allein Eglisau jedes Jahr über 90 000 Franken mit der Holzwirtschaft um. Heute hat sich der Preis auf dem früheren Niveau stabilisiert.
Einzig aus ökologischer Sicht war der Orkan Lothar von Ende 1999 keine Katastrophe, da sich die Wälder rasch regeneriert haben. Dennoch hat der Forst für die Zukunft gelernt: Damit die Wälder im Unterland solchen Stürmen besser standhalten, achten die Förster darauf, sie naturnäher zu bewirtschaften und Fallholz vermehrt liegen zu lassen. |
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