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| SCHLAGZEILEN VOM DONNERSTAG, 09. SEPTEMBER 2010 |
| Dienstag, 16. März 2010 |
| Oberhasli Seit 33 Jahren restauriert Bruno Kühnis Oldtimer und fährt mit ihnen Rennen |
| Wo im Blech noch Tempo steckt |
| Bruno Kühnis fuhr Oldtimer, als diese noch als alte, billige Karren galten. Heute vertrauen ihm Sammler aus ganz Europa ihre Schätzchen an. Und die Liebe zum alten Blech lässt auch ihn nicht los. |
| Caroline Bossert |
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| Bruno (links) und Stephan Kühnis schrauben gerne an Oldtimern herum. (cab) |
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Seinen ersten Oldtimer kaufte Bruno Kühnis 1957, weil er knapp bei Kasse war. Ein BMW 326 Cabrio, Baujahr 1936. «Ich habe für das Auto 400 Franken bezahlt. Wahrscheinlich war der Garagist sogar froh, es loszuwerden», erzählt der 73-jährige Oldtimer-Restaurateur aus Watt. Er habe damals als Geflügelzüchter nicht so viel verdient. «Leasing gab es noch nicht – und auch keine Oldtimer. Es gab nur alte, billige Karren.»
Das Oldtimer-Virus hat ihn erst viel später befallen. Wieder war es ein BMW, wieder ein Vorkriegsmodell und wieder ein Cabriolet. Der Wagen fuhr zwar noch, trotzdem hat er ihn bis auf die letzte Schraube zerlegt und wieder neu zusammengebaut. Denn Verdeck und Sitzpolster waren verschimmelt und die Mechanik verrostet. «Das war der erste Wagen, den ich restauriert habe», erzählt er mit verklärtem Blick. Nach und nach habe er auch an den Autos der Freunde herumgebastelt – und schliesslich aus dem Hobby einen Beruf gemacht.
Fahrendes Einfamilienhaus
Heute kommen Oldtimer-Liebhaber aus Spanien und Deutschland in seine Garage nach Oberhasli, um ihre alten Schmuckstücke bei ihm wieder funkeln zu lassen. Auch einige Prominente sind unter ihnen, verrät Kühnis. Wer, das möchte Kühnis aber nicht sagen. Manche Kunden haben ganze Oldtimer-Sammlungen. «Wenn sie den einen Wagen abholen, bringen sie gleich den nächsten vorbei», sagt er lachend. Denn die Oldies seien sehr wartungsintensiv. Einen Ölwechsel brauchen sie beispielsweise bereits nach 2000 Kilometern. Und günstig ist das Hobby ohnehin nicht. Manche Liebhabermodelle können gut und gerne so viel kosten wie ein Einfamilienhaus, je nachdem, wie rar sie sind.
Seit 33 Jahren restauriert Bruno Kühnis gemeinsam mit seinem Sohn Stephan Oldtimer. Besonders Spass mache ihnen die Arbeit an alten Fahrzeugen, weil man an ihnen alles selbst reparieren könne. Bei den heutigen Fahrzeugen sei hingegen alles in Kunststoff verpackt. «Ausserdem hat jeder Oldtimer ein einzigartiges Gesicht. Heute sehen alle Autos wegen der Aerodynamik gleich aus.» Die Teile holt sich Kühnis bei Spezialisten. Wenn eines nicht erhältlich ist, fertigt er es selbst aus einem Metallklotz an.
Gas, wo sonst die Bremse ist
Auch in seiner Freizeit lässt die besondere Liebhaberei den Ehemann und Familienvater nicht los. Was ihn fasziniert, ist das Fahrgefühl. «Man sitzt halb draussen. Wenn einem der Wind ins Gesicht bläst, da lebt man die Geschwindigkeit.» Doch die alten Wagen haben auch ihre Tücken. Die grosse Herausforderung ist: Wie funktioniert das betreffende Modell? Bei jedem Oldie sind die Hebel und Schalter an einem anderen Ort. Besonders heikel ist es, wenn sich plötzlich das Gaspedal in der Mitte befindet. «Da muss man sich schon konzentrieren, dass man nicht was Falsches drückt.»
Etwa sechsmal im Jahr nimmt Kühnis an Formel-2- und anderen Oldtimer-Rennen teil. Ein besonderes Erlebnis sei das Rennen am Nürburgring. Bis zu 180 Oldtimer rollen dort an den Start. «Es ist ein tolles Gefühl, auf einer historischen Strecke einen Rennwagen zu fahren, der dort Geschichte schrieb. Und dann ist ja auch der Ehrgeiz da, eine gute Zeit zu fahren», ergänzt er. Dieser Ehrgeiz hat Kühnis in der Vergangenheit auch schon in Gefahr gebracht. «Bei einem Bergrennen bin ich einmal zu schnell in die Kurve gerast, da hat es mich gedreht.» Zum Glück sei es bei einem Blechschaden geblieben.
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