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| SCHLAGZEILEN VOM DONNERSTAG, 09. SEPTEMBER 2010 |
| Dienstag, 16. März 2010 |
| Embrach Ausverkauf von Fonduepfannen im Fabrikladen |
| Landert verscherbelt Keramik |
| Drei Schnäppchenjägerinnen stürmen die Treppe zu den Fabrikhallen rauf. Hier in den Lagergestellen der Landert Keramik stapelt sich das Fonduegeschirr. |
| Anita Schuler |
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| Induktionspfanne oder doch lieber Römertopf? Claudio Zanoli stöbert nach Keramik-Schnäppchen von Landert. (Balz Murer) |
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Es ist Ausverkauf: die Embracher Fabrik verscherbelt ihre Fonduecaquelons, Teller und Römertöpfe. Von traditionellen Motiven mit Kühen oder Enzianen über gestylte Varianten bis hin zu Zebra-Sujets oder Fussball: In allen möglichen und in aussergewöhnlichen Ausführungen stehen Fonduepfannen neben gusseisernen Brätern, Römertöpfen und Tellern für Käse- und Fleischfondue. Alles hier ist zum Aktionspreis zu ergattern – bis das letzte Stück verkauft ist. «Sicher bis Ende März – und wenn es sein muss bis Ende Juni – verkaufen wir all unsere Ware», sagt Christoph Landert, der zusammen mit seinem Vater die Liquidation der Fabrik übernimmt.
Die kauflustigen Frauen, Pärchen, Senioren kommen vor allem aus der Region und langen bereits am ersten Ausverkauftag kräftig zu. Claudio Zanoli aus Embrach sucht eine Induktionspfanne und hat bereits ein schönes Teil gefunden: «Mir hat es das Guss-Rechaud besonders angetan.»
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Wer nicht für sich einkauft, findet hier nützliche Geschenke, wie Barbara Salzmann aus Teufen: «Meine Eltern sind alt und mögen nicht mehr so viel essen, da ist so ein Fonduepfännli gerade richtig.» Für sich kauft sie ein komplett neues Fondue-Set: «Ich habe seit Jahren das Caquelon mit den Enzianen – auch von Landert.» Anders ergeht es dem Oberembracher Armin Hauser: Von der Auswahl überwältigt, hat er das passende Geschirr noch nicht gefunden. Als Postautochauffeur hat er schon früh vom Ausverkauf erfahren.
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Von den ehemals 40 Hardundgut-Mitarbeitern (vgl. Kasten), die noch im Februar die letzten in der Slowakei produzierten Fonduepfannen lasierten, helfen noch zwei beim Ausverkauf mit. Einer davon ist Beat Strübi: «Ich arbeite noch bis Ende März hier – was dann kommt, weiss ich nicht.» Wie es weitergeht, kann auch Christoph Landert nicht sagen. «Wenn möglich, verkaufen wir die alten Maschinen. Für die Firma jedoch haben wir bis heute keinen Käufer gefunden.» Von der Belegschaft verabschiedet hat sich die Geschäftsleitung bereits: Anfang März gabs als Abschiedsessen für alle ein Käsefondue – natürlich aus den Landert-Caquelons.
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Am Ausgang türmen sich die leeren Kartonschachteln. Vater Landert beschafft aus irgendeinem Winkel der Fabrik Einkaufstaschen für die Kunden, die schwer beladen ihre Schnäppchen davontragen
Auch die Slowakei ist zu teuer geworden Schweizer Fonduepfannen in der Slowakei produziert – das war das Geschäft der Landert, denn die Fabrikation in Embrach war längst viel zu teuer. Nun sind die Kosten in Osteuropa massiv gestiegen und Landert musste ihre slowakische Tochterfirma schliessen. Jetzt folgt das Aus in Embrach, weil hier die Kapazität für die Gesamtproduktion fehlt. Damit verlieren 40 Mitarbeiter ihre Stelle; Menschen, die hier trotz psychischer Probleme eine sinnvolle Arbeit fanden. Das definitive Ende der traditionsreichen Firma Landert reiht sich in das Schicksal der andern drei Keramikfabriken in Embrach, die alle schliessen mussten. Übrig bleibt einzig die Baukeramik Ganz. (asc) |
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